Technikunterricht soll einen größeren Stellenwert erhalten

Eine Initiative der DGTB und plus-MINT für mehr Bildungsgerechtigkeit

Copyright: © plus-MINT Talentförderung

Die hoch automatisierte Herstellung von Impfstoffen in großen Mengen, der Ersatz fossil befeuerter Kraftwerke durch regenerative Energiequellen oder die datenschutzkonforme Verknüpfung von Video- und Audiosignalen zu Videokonferenzen sind nur drei aktuelle Beispiele, die die enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Technik verdeutlichen, zugleich aber auch die Komplexität der zu lösenden technischen Aufgaben.

Viele Kinder und Jugendliche wollen auch diese komplexe Technik verstehen, sie verantwortlich nutzen und zukünftige Entwicklungen tatkräftig mitgestalten. Doch gerade an allgemeinbildenden Schulen findet man dazu nur in wenigen Bundesländern Wahlangebote. Ein generelles Curriculum mit festen Stundenkontingenten wie in anderen Fächern, technische Inhalte und deren Erarbeitung in Theorie und Praxis sucht man vergebens.

Die DGTB (Deutsche Gesellschaft für Technische Bildung) und das plus-MINT Programm (plus-MINT: Programm des bundesweit tätigen Vereins zur MINT-Talentförderung e. V. zur konsequenten und zielgerichteten Förderung der besten MINT-Talente im Schulbereich) wollen diese Lücke schließen, indem an den Nachwuchsleistungszentren des Vereins zur MINT-Talentförderung e. V. das „T“ in MINT (MINT steht für: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sichtbar und erfahrbar wird. Das sorgt in mehrfacher Hinsicht für mehr Bildungsgerechtigkeit.

Technische Bildung ist Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit, weil ein wichtiger Wirklichkeits- und Kulturbereich für alle erschlossen wird, unabhängig von der sozialen Herkunft. Technische Bildung ist Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit, weil auch Schülerinnen und Schüler mit schlechteren sprachlichen Voraussetzungen zu erstaunlichen theoretischen und praktischen Leistungen im Fach Technik fähig sind. Technische Bildung ist Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit, weil sie Mitsprache und Mitgestaltung in der Welt von morgen ermöglicht.

Wenn sich aus der intensiven Beschäftigung mit Technik, basierend auf Begabungen, Neigungen und eigenem Wunsch eine berufliche Perspektive ergibt, dann ist das ein begrüßenswerter Nebeneffekt, nicht aber die Hauptintention eines Faches Technik.

Dazu werden die DGTB und plus-MINT in gemeinsamer Anstrengung curriculare Bausteine formulieren, diese in Fortbildungsaktivitäten einbringen und bei Entscheidungsträgern für die Idee werben.

Ansprechpartner seitens der DGTB: Prof. Dr. Christian Wiesmüller (1. Vorsitzender) und Thomas Möllers (Referatsleiter)

Ansprechpartner seitens der plus-MINT Talentförderung: Dr. Peter Rösner (Vorsitzender) und Sven Meier (Projektleitung)

Über den Verein zur MINT-Talentförderung:

Der Verein zur MINT-Talentförderung e. V. überträgt die Idee der Nachwuchsleistungszentren aus dem Sport bzw. die TOP-Talentförderung im Bereich Musik auf den MINT-Bereich. In einer bundesweiten Kampagne werden jährlich die besten Talente im MINT-Bereich gesucht. In mittlerweile fünf Internaten in Deutschland (Louisenlund, Birklehof, Schulpforta, St. Afra und Haubinda) werden diese Talente als Gruppe zusammengeholt. Gemeinsam mit Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen organisiert plus-MINT ein vierjähriges Programm zur Exzellenzförderung. Basis ist die Persönlichkeits- und Charakterentwicklung im Internat. Plus-MINT ermöglicht den Talenten, gemeinsam in einer Gruppe Gleichgesinnter entsprechend der besonderen Begabung auch besonders gefördert zu werden. Es ist sichergestellt, dass der Zugang zum Programm unabhängig von der sozialen Herkunft der Familie ist.

Über die Deutsche Gesellschaft für Technische Bildung e.V.:

Die 1996 gegründete Gesellschaft nimmt sich der drängenden Fragen Allgemeiner Technischer Bildung in Deutschland an. Die DGTB ist die Plattform, in deren Zentrum die Technik und die dazugehörigen Bildungsimplikationen stehen. Sie vereinigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit verschiedenen Ansätzen. Großes Gewicht misst die DGTB den Erfahrungen der Lehrkräfte aus der schulischen Praxis bei. Im gegenseitigen Austausch und in gemeinsamer Arbeit entstehen Lösungsansätze für die Bildung in einer von Technik maßgeblich geprägten Welt. In ihr spielt die Technik als Schulfach mit eigener Theorie und Praxis eine entscheidende Rolle. Lehrer, Hochschullehrer, gesellschaftliche Gruppen, Organisationen und Verbände sowie die Wirtschaft sind eingeladen, der DGTB beizutreten oder sie bei ihren Zielsetzungen zu unterstützen.

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