Vorüberlegungen

SicherheitDas Thema Sicherheit hat besondere Relevanz für den Technikunterricht. Die Bearbeitung von Material, die Benutzung von Werkzeugen und Maschinen, der Umgang mit Gefahrstoffen und elektrischer Energie und die zudem oft von Betriebsamkeit geprägte Arbeitsatmosphäre im Technikfachraum können bei fehlender oder unvollständiger Einweisung oder unzureichenden Sicherheitsausstattungen zu Unfällen oder anderen Gefährdungen der Schülerinnen und Schüler wie des Lehrpersonals führen. Darüber hinaus haben wir es im Unterricht mit Schülerinnen und Schülern zu tun, die in puncto Sicherheit erst noch sensibilisiert und angeleitet werden müssen und bei denen nicht auszuschließen ist, dass sie aus Unkenntnis oder Übermut ein in puncto Sicherheitsangemessenheit ein unangepasstes Verhalten zeigen.
Es ist daher einleuchtend, dass durch geeignete sicherheitstechnische Einrichtungen und Ausgestaltungen der Fachräume die Unfallrisiken möglichst minimiert werden. Hierfür gibt es amtliche Vorgaben in Form von Regeln und Vorschriften, die in Bauvorschriften, Schulbaurichtlinien, DIN-Vorschriften, VDE-DIN-Vorschriften, DGUV-Regeln usw. gefasst sind und die, auch aus Gründen der Haftung und des Versicherungsschutzes, unbedingt eingehalten werden müssen. Diese werden hier nicht aufgeführt, sondern sollten aktuell und von den Originalquellen bezogen werden.

Um die Risiken möglichst zu minimiert, sind passive und aktive Sicherungsmaßnahmen gefordert. Die passiven Sicherheitsmaßnahmen umfassen die gesamten Ausstattungen bzw. Ausrüstungen der Räume.
Das sind alle bauseitig installierten immobilen sowie alle mobilen Ausstattungsgegenstände: Fußbodenbelag , Elektroinstallation, Möblierung, Werkzeuge, Aufbewahrungssysteme, Maschinen, die Lagereinrichtungen usw. Diese müssen nach sicherheitstechnischen Standards gestaltet werden. Die wichtigste Zielsetzung ist, das Unfallrisiko im Technikunterricht möglichst gering zu halten. Hierfür gibt es amtliche Vorgaben, Regeln und Normen, die in Bauvorschriften, Schulbaurichtlinien, DIN-Vorschriften, VDE-DIN-Vorschriften, DGUV-Regeln usw. niedergelegt sind, die strikt einzuhalten sind. 
Wo immer möglich und gefordert, sollten die Einrichtungen und Ausstattungen zertifiziert sein und entsprechende Sicherheitssiegel (CE, GS, TÜV, VDE) tragen.
Stumme Helfer zur Erhöhung des Sicherheitsniveaus im Unterricht sind bestimmte, ins Auge fallende Pictogramme, Sicherheitszeichen, die an entsprechenden Stellen im Fachraum, an Maschinen oder in unmittelbarer Nähe angebracht werden müssen. Die für den Technikunterricht relevanten finden sich hier.

Aktive Sicherheitsmaßnahmen betreffen pädagogische Maßnahmen mit dem Ziel, bei Schülerinnen und Schülern bestimmte Verhaltensdispositionen anzubahnen, die es ihnen nachhaltig ermöglichen, mit “Technik” nicht nur im Fachraum und Technikunterricht, sondern insbesondere auch im Alltag im Hinblick auf die persönliche Sicherheit und die der anderen umsichtig, vorausschauend, verantwortungsvoll umzugehen. Darauf bezogen bietet das Fachraumsystem die geeignete Lernumgebung, die als ein didaktisch strukturierter Ort fungiert. Die  Räume und ihre Ausstattung haben eine hohe sicherheitserzieherische Relevanz, wie auch die dort stattfindenden sicherheitsrelevanten Aktivitäten, die nach bestimmten, funktionsbestimmten Regeln verlaufen müssen, wenn sie einsichtig sein und die gewünschte Wirkung erzielen sollen. Solche funktionsbestimmten Regeln beziehen sich z. B. auf das Einhalten einer Technikraumordnung, die Art und Weise wie man sich mit spitzen oder scharfen Werkzeugen im Raum bewegt oder das Verständnis, dass ohne eine sorgfältige Einführung das Arbeiten an einer Bohrmaschine untersagt ist.
Dem Lehrpersonal kommt zusätzlich einen bedeutsame Vorbildfunktion zu.

Passive Sicherheitsmaßnahmen

Abb. 1:
– Erste-Hilfe-Verbandsschrank nach DIN
– mit Augenspülflasche
– Gehörschutz in Box
– Schutzbrille in Box
– Feuerlöscher
– Feuerlöschdecke

Abb. 2:
Zugang zum Maschinenraum
mit Hinweisen
– Erste-Hilfe-Verbandsschrank (dort)
– Zugang nur für Lehrer
(bzw. Schüler nur unter Aufsicht)

Abb. 3:
– Notruftelefon
– NOT-AUS-Taster (mehrfach im Raum)
– zentraler Schlüsselschalter
zum Schließsystem passend
– zentrale Kontrolllampe (grün)
– zentrale Stromversorgung
– zentrale Stromsteuerung
(Unterverteiler) abschließbar

Markierungen am Boden
– rot-weiße Linie trennt den Bereich für Schüler-Maschinen (rechts) vom Lehrer-Maschinen Bereich (links)
– gelb-schwarze Linie markiert den Gefahrenbereich (hier um die Hobelmaschine)

Im einzelnen:

  • Erste-Hilfe-Ausstattung
  • Gehörschutz
  • Augenschutz
  • Schutzhandschuhe
  • Notfalltelefon mit relevantem Telefonverzeichnis
  • Ausstattungen für den Brandfall
  • Kennzeichnungen für die Fluchtwege im Brandfall
  • als solche gekennzeichnete Fluchttüren
  • maschinenverbundene Sicherheitseinrichtungen
  • “Sicherheitspakete” für alle stationären Holzbearbeitungsmaschinen
  • Maschinen- und Geräte Kennzeichnungen (CE-Logo, GS-Siegel, TÜV-Siegel, VDE-Zeichen bzw. entsprechende ausländische Konformitätszeichen)
  • fachraumtypische Sicherheitszeichen

Aktive Sicherheitsmaßnahmen

Sicherheitserziehung im Technikunterricht richtet den Fokus auf die Person und somit auf die körperliche Unversehrtheit der Person im Umgang mit Technik. Darüberhinaus geht es auch um die Vermeidung von Sachschäden, die durch Unbedachtheit, Fahrlässigkeit oder Leichtsinn entstehen können. Das über den Unterricht hinausgreifende pädagogische Ziel ist es aber, Schülerinnen und Schüler grundsätzlich zu einem sicheren Umgang mit der sie umgebenden, durch Technik geprägten Lebensumgebung zu befähigen. Zusammenfassend beziehen sich die Maßnahmen für die aktive Sicherheit im Unterricht (und Alltag) auf folgende Punkte:

  • sicheres Verhalten (im Fachraum)
  • Ordnunghalten (im Fachraum und am Arbeitsplatz)
  • sicherer Umgang mit Werkzeugen, Maschinen, Werkstoffen und Bauteilen
  • sicherer Umgang mit Gefahrenstoffen
  • Verhaltensregeln für den Umgang mit elektrischer Energie und elektrischen Maschinen und Geräten
  • Kenntnis der Sicherheitszeichen und Sicherheitseinrichtungen

Wichtiges Vermittlungs- und Überprüfungsinstrument ist in diesem Zusammenhang die Fachraumordnung, an deren Erstellung die Schülerinnen und Schüler möglichst mitwirken sollten. In einigen Bildungsplänen wird darauf Bezug genommen und aus Sicht der Unfallversicherungsverbände sind Fachraumordnungen verpflichtend.

> Seite 2: Sicherheitszeichen


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