Grundsätzliche Überlegungen . . .

Technikunterricht im Klassenraum

Einrichtungen und Ausstattungen

In diesem Fall muss mit der vorhandenen Möblierung des Klassenraums vorlieb genommen werden. Um einige grundlegende, jedoch nach Art und Umfang im Hinblick auf die improvisierten sächlichen Ausstattungen eingeschränkten Möglichkeiten nutzen zu können, sind einige zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen und Anschaffungen zu tätigen:

Zusatzeinrichtungen

  • Abdeckplatten für die Schülertische, als am Tisch anzuklemmende Muliplexplatte (Werkbankersatz)
  • fahrbarer Container zur Unterbringung der Abdeckplatten
  • fahrbarer Container für Schülerwerkzeugsätze für verschiedene Werkstoffgruppen
  • für Grundschüler geeignete und zugelassene** elektrische Handmaschinen (Akkuschrauber, -bohrer, -schwingschleifer usw.)
  • elektrische (mit Zulassung für die Grundschule **) oder handbetriebene Tischbohrmaschine auf fahrbarem Maschinentisch
  • für die Unterbringung der mobilen Einrichtungen außerhalb des Klassenraums ist Sorge zu tragen
  • Sauger

Technikunterricht im Mehrzweckraum

Einrichtungen und Ausstattungen

Ein Mehrzweckraum (Bild 1) in einer Schule ist als Raum flexibler und multifunktionaler Nutzung ausgelegt. Daher wird er auch für die Durchführung von Technikunterricht in der Grundschule, ggfs. im Rahmen eines Fächerverbundes mit natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern (Sachunterricht)  interessant. Ein Mehrzweckraum ist nicht per se für technische Inhalte geeignet bzw. angelegt, sondern es bedarf insbesondere der Ergänzungen an speziellen, technikspezifischen Ausstattungen. Das betrifft vor allem auch einen geeigneten Bodenbelag, was bereits in der Planung Berücksichtigung finden sollte. Auch ausreichend installierte Entnahmestellen für elektrische Energie, als auch LANAnschlüsse sollten vorhanden sein.
Hinsichtlich der für den Technikunterricht spezifischen Ausstattungen gibt die oben beschriebene mobile Ausstattungen für den “Technikunterricht im Klassenraum” Orientierung.


Technikunterricht im Fachraum

Einrichtungen und Ausstattungen

Ein eigener Technikfachraum für den Primarbereich folgt im Großen und Ganzen den Ausstattungsvorschlägen des Technikfachraum für Sek.I und II unter Berücksichtigung der besonderen Klientel.
Hinweise zur passiven Sicherheit, Gestaltung des Fußbodenbelags, der Wände und Decken, der elektrischen Installationen, der Belichtung und Beleuchtung, des Naßbereichs unterscheiden sich nicht grundlegend.
Unterschiede gibt es bei der Möblierung, insbesondere bezüglich der Schülerwerkbänke, der Sitzmöbel und der “Ausstattungstiefe” hinsichtlich Werkzeuge, Kleinmaschinen, Hilfsmittel und Medien.

Bauseitige Maßnahmen

  • möglichst ebenerdige Anlage der Räumlichkeit
  • natürliche Belichtung und Belüftung
  • rutschhemmender und lärmabsorbierender Fußboden
  • lärmabsorbierende Deckenausrüstung
  • für die Stromversorgung insgesamt abschließbarer Zentralschalter mit Kontrolllampe, FI und NOT-AUS, Stromkreis EDV getrennt
  • Nasszone mit mindestens 2 Zapfstellen und Schlammfang

Möblierung

  • Zweier- oder Vierer-Schülerwerkbänke, höhenverstellbar (!), mit abnehmbaren Spannzangen
  • Hocker, höhenverstellbar (in Bild 1 nicht gegeben) 
  • Reihenwerkbank (im Rand- vorzugsweise Fensterbereich als allgemeine Arbeitsfläche) mit Stauraum unterhalb und ausreichenden Mehrfachsteckdosen (230 V), Hängeampeln über den Werkbänken
  • Hochschrankwand mit Leiter in Laufschiene zur Unterbringung von Werkzeugen, Handmaschinen, Vorrichtungen, Hilfsmitteln Materialien und Medien
    – Schrankmöbel für Werkzeuge usw. sollten über Fachböden und Einteilungen samt einem Farbleitsstem verfügen, sodass eine leichte und eindeutige Zuordnung der Werkzeugblöcke auch für Schüler möglich macht. 
    – Schrankmöbel für Hilfsmittel, Bauteile und Materialien sind ebenfalls als solche zu kennzeichnen und mit entsprechenden Einteilungen für eine übersichtliche und sichere Lagerung zu versehen.
  • Lehrertisch mit Spannvorrichtung
  • Klapp-/Schiebetafel

Werkzeug- und Maschinenausstattung

In der Grundschule ist besonders auf schülergeeignetes Werkzeug zu achten, d. h., dass ergonomischen Gesichtspunkten (Werkzeuggröße, -gewicht, Griffausformung, Verletzungsschutz usw.) besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte.
Gleiches gilt für Maschinen (hand- oder mit elektrischer Energie betrieben), die sowohl an die Standards des sicheren Arbeitens, als auch an die physischen Voraussetzungen (Größe, Kraft, motorisches Vermögen, Konzentrationsfähigkeit usw.)  von Grundschülern angepasst werden sollten.
Werkzeuge sollten in werkstoffbezogenen Werkzeugsets bereitgestellt werden, wobei sich Werkzeugblocks anbieten, die, mit Griffen ausgestattet, eine sichere, werkzeugschonende Unterbringung und unfallverhütenden Transport ermöglichen. Die Anzahl der Werkzeugsets, die vorhanden sein sollten, beziehen sich auf die Gruppengröße, wobei sich bei Gundschülern aus lernpsychologischen, arbeitsorganisatorischen und sicherheitstechnischen Gründen eine Gruppengröße von maximal 12 Schülerinnen und Schüler als optimal erwiesen hat.
Für Linkshänder ist spezifisches Werkzeug anzubieten.

Grundschul-Werkzeugsets*

  • Papier- und Pappebearbeitung
  • Holz- und Kunststoffbearbeitung
  • Tonbearbeitung
  • Metallbearbeitung
  • Elektrotechnik

Grundschul-Maschinen

  • Akku-Bohrschrauber
  • mechanische Handbohrmaschine
  • elektrische Tischbohrmaschine**
    alternativ: handbetriebene Tischbohrmaschine (Bild 2)
  • Akku-Schwingschleifer
  • Styropor-Schneidegerät**
  • Klebepistole
  • Papierschneidemaschine

*  siehe hierzu detailierte Werkzeug und Materialienliste
** Vorgaben in den einzelnen Bundesländern beachten

Seite 2 > Werkzeuge und Materialien für die Primarstufe


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